Tipps für Gitarren und Amps

Tonpotentiometer, Treble Bleed  und Amp Impedanz

 

Binsenweisheit: Am besten klingt eine Gitarre direkt am Amp, ohne irgendwas dazwischen.

Manche Gitarren werden aber auch recht dumpf, wenn man das Volume Poti zurückdreht. Ich bin kein Freund von Treble- Bleed (Widerstand-Kondensator am Volume Poti). Die Schaltung verändert Klang und Regelweg auf eine Weise, die ich nicht mag.

 

Probier doch mal den Low- Eingang Deines  Amps. Da kann hier Wunder wirken, wegen der besseren Impedanzanpassung.

Man kann auch einen neutralen Booster wie den RC-Booster oder auch den recht günstigen Seymour Duncan Booster zwischen Gitarre und Amp hängen. 

- Die Gitarre wird nicht mehr dumpf

- Man kann die Vorstufe des Amps unabhängig von der Lautheit der Pickups mehr oder weniger in die Sättigung bringen. 

Gitarrenkabel & Stecker: 

Was brauchts?

Für ein gutes Gitarrenkabel braucht´s ja nicht wirklich viele Spezifikationen: in erster Linie Haltbarkeit, es soll einen möglichst geringen Widerstand haben, und nicht zu steif sein. Die Stecker sollten wertig sein, eine gute Zugentlastung haben, die Schaubverschlüsse sollten halten. Gut lötbar sollten sie auch sein- falls man mal nachreparieren muss. Schaut Euch die Stecker an, schraubt sie auf. Wenn sie nicht zu öffnen sindd, kann man die Stecker zumindest nicht reparieren. 

Ein paar Beispiele

Providence: 

Providence E205: Nach einigen Wochen plötzlich kein Signal mehr. Beim Nachlöten ist der heisse Anschluss des Steckers- den ich zwecks Lötung ein klein wenig zur Seite gebogen habe, einfach abgebrochen. Die bei meinem Providence verwendeten Stecker sind eher von billiger Qualität.
Die Providence Stecker haben eine einfache Zugentlastung, eine Klammer aus dünnem und weichen Material. Das Kabel selber ist auch ziemlich weich- dadurch hilft diese Zugentlastung auf Dauer wenig, dasKabel rutscht. Dafür ist die schraubbare Hülle des Steckers aus Metall. Providence hat als einzige Firma auf meine Anfrage sofort reagiert und mir gratis ein neues Kabel geschickt. 

Vovox: 

Hatte auch schon einige recht teure Vovox Kabel. Lebenslange Garantie, wow..... aber nur für eine Weile. Bei denen hat sich regelmäßig nach einiger Zeit das Plastikgewinde der Stecker verabschiedet. Ich habe also mehrmals umgetauscht. Der Umtausch wurde jedoch mit der Zeit immer zickiger. Irgendwann wurde er eingestellt. Man soll diese Kabel auch nur in eine Richtung verwenden, dann klingen sie besser.... O......kay. Die Kabel selber scheinen recht gut zu sein.

Klotz: 

Supergute Neutrik Stecker mit funktionierender Zugentlastung. Hier hat sich jemand etwas überlegt. Die Neutrik Stecker sind etwas "klotzig". Die Kabel sind haltbar und von recht guter Qualität. Und sie sind auch nicht so teuer.

Monster Kabel: 

1999 für die Falco Cyber Show hab ich einige Monster Kabel gekauft, 4m,6m und auch patch Kabel. Die funktionieren alle immer noch. Die Stecker aus gutem Material, die Zugentlastung hält.

https://www.bartosh.at/gitarrekabel

Lautsprecher einschwingen

Neue Lautsprecher sind wie neue Schuhe. 

Sie fühlen sich gleich mal besser an als die Alten, aber nach einer Weile des Gehens schmerzen die Füße. Die Schuhe sind steif und müssen sich erst an den Fuß anpassen und weicher werden. Blasen an den Füßen sind dabei ein unangenehmer Nebeneffekt.

 

Beim Speaker ist es ähnlich. Also muss man ihn viele Stunden spielen, bis er weicher wird? Mitnichten.

 

Ich benutze eine Mosfet- Endstufe mit 300 Watt und Sinustöne zwischen 18 und 30 Hz, die ich auf ein altes Handy aufgespielt habe. Das Handy ist auf „loop“ geschaltet. Dieser Prozess ist übrigens sehr leise, 20Hz halt.

 

Den neuen Speaker lege ich in ausgebautem Zustand auf eine Decke, Membran nach unten, Magnet oben. Das bewirkt, dass er sich bei dem hier beschriebenen Prozess immer schön zentriert bewegt. 

Dann speise ich zB 20Hz in den Speaker. Diese Frequenz bewegt den Speaker auf und ab und nach einigen Stunden habe ich ein gutes Ergebnis- der Speaker klingt weicher, runder, besser. Man benötigt ein wenig Gefühl für die richtige Lautstärke- der Speaker soll nicht „scheppern“, sondern sich einfach nur leicht auf und ab bewegen und der Magnet sollte auch nicht zu warm oder gar heiß werden- das kann vor allem bei Speakern mit wenig Leistung geschehen. Wird der Magnet heiß, entmagnetisiert er sich, das will man eher nicht. Neodym-Magnete des Typs N verlieren ab 80 °C dauerhaft einen Teil ihrer Magnetisierung, Bänder und Folien ab 85 °C, Ferritmagnete erst ab 250 °C.

 

Ich war wirklich nie ein Fan von Vintage 30 Speakern. Diese haben Anfangs eine recht unangenehme Anhebung der Mitten, harsch. Ich hab sie meist gleich ausgetauscht, so auch bei meinem Redplate Amp. Habe mich gewundert, warum Keith Entringer diese Speaker überhaupt in einen so wertigen Amp einbaut. 

 

Vor ein paar Tagen habe einen Versuch gestartet und den V30 der oben beschriebenen Prozedur unterzogen. Ich mache das in meiner Sprecherkabine in meinem Studio. Diesmal habe ich aber vergessen, den Amp abzuschalten und bin nach Hause gefahren. Spätabends, die Erkenntnis……  Also nochmal zurück in´s Studio, da hatte der V30 bereits wesentlich länger als ich das üblicherweise machen, vor sich hin gebrummelt. 

 

Ein paar Tage später habe ich ihn dann versuchsweise in den Redplate eingebaut und war begeistert. Der Speaker klingt rund und ausgewogen, völlig anders als zuvor. Schätze, ein Grund, warum so viele diese Speaker nicht mögen ist, weil sie noch nie die "break in" Phase erreicht haben. 

 

Will man dieses Ergebnis mittels Spielen erreichen, muss man wohl sehr viele Stunden, sehr laut, clean, mit dem Neck PU dahinrattern. Wem das Spass macht…..

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